
🛡 So verstecken Sie Ihren WordPress-Theme-Namen: eine vollständige Anleitung
Ihre WordPress-Website ist bereit: Inhalte hochgeladen, Design poliert. Sie öffnen den Seitenquelltext und der Theme-Name erscheint an einem Dutzend Stellen: Stylesheet-Pfade, Body-Klassen, Ordnerstruktur. Für ein Kundenprojekt oder eine kommerzielle Website wirkt das bestenfalls unsauber.
Das größere Problem: Sobald ein Angreifer den genauen Theme-Namen kennt, kann er nach bekannten Schwachstellen für genau dieses Theme suchen und Ihre Website angreifen. Das gilt besonders, wenn das Theme seit längerem nicht aktualisiert wurde oder aus einer fragwürdigen Quelle stammt.
Wir schließen diese Lücke mit zwei Ansätzen: schnell (Plugin, 5 Minuten) und manuell (volle Kontrolle, erfordert aber Dateizugriff). Nachfolgend finden Sie beide Methoden mit exakten Schritten, die auf jeder modernen WordPress-Version funktionieren.
💡 Kurzüberblick:
- Das WP Hide-Plugin maskiert Pfade zu Themes, Styles und Plugins automatisch: installieren, konfigurieren, fertig.
- Manuelles Umbenennen per FTP: Theme-Ordnernamen ändern, style.css bearbeiten, reaktivieren, und das Theme wird für Detektoren unsichtbar.
- Entfernen des Theme-Namens aus dem Footer über den Customizer (ohne Code) oder durch Bearbeiten der footer.php (volle Kontrolle).
- Erstellen Sie vor jeder Dateibearbeitung ein vollständiges Backup der Website.
Warum den Theme-Namen überhaupt verbergen?
WordPress gibt Theme-Informationen standardmäßig an mehreren Stellen preis. Im HTML-Code der Seite sieht der Stylesheet-Pfad aus wie /wp-content/themes/my-theme/style.css, und das body_class-Attribut enthält oft eine Zeichenkette wie theme-my-theme. Jeder Theme-Scanner (z. B. WPThemeDetector oder What WordPress Theme Is That) liest diese Signaturen in Sekunden.
Für einen Wegwerf-Blog ist das kein Problem. Für eine Unternehmenswebsite, einen Onlineshop oder ein Kundenprojekt birgt ein offengelegter Theme-Name jedoch drei Risiken:
- Gezielte Angriffe. Ein Angreifer durchsucht Schwachstellendatenbanken (WPScan, CVE) nach bekannten Sicherheitslücken in genau diesem Theme und versucht Exploits. Ist das Theme verbreitet und nicht aktualisiert, sind die Erfolgschancen hoch.
- Social Engineering. Ein Kunde oder Wettbewerber sieht, dass Sie ein kostenloses Theme mit 3.000 Installationen nutzen, und das Vertrauen in Ihre Website sinkt.
- Automatisiertes Harvesting. Bots scannen Millionen von Websites nach Theme- und Plugin-Signaturen, um Listen potenzieller Ziele zu erstellen.
Ein ergänzender Punkt: Das Umbenennen Ihres Themes ist vollkommen legal. WordPress wird unter der GPLv2 vertrieben, Sie dürfen das Theme also beliebig verändern, einschließlich des Ordnernamens und des Inhalts der style.css. Themes aus dem offiziellen WordPress.org-Verzeichnis sind unter denselben Bedingungen lizenziert.
Ein wichtiger Hinweis: Wenn Sie ein Child-Theme verwenden, müssen Sie sowohl das Parent- als auch das Child-Theme umbenennen. Andernfalls reißt die Verknüpfung zwischen beiden und das Child-Theme funktioniert nicht mehr.
Dieses Video demonstriert beide Methoden in Aktion: die Konfiguration von WP Hide und das manuelle Umbenennen des Themes per FTP. Wenn Sie visuelle Anleitungen bevorzugen, ersetzen sieben Minuten Bildschirmzeit das Lesen des gesamten Artikels.
Methode 1: WP Hide & Security Enhancer, schnell und ohne Code
Der sicherste und schnellste Weg, Ihren Theme-Namen zu verbergen, ist die Nutzung von WP Hide & Security Enhancer. Das Plugin arbeitet über WordPress-Filterung und URL-Rewriting: Es fasst Ihre Dateien nicht an und verändert Ihre Ordnerstruktur nicht. Alles geschieht auf der Ebene der HTML-Ausgabe.
Installieren Sie das Plugin auf dem üblichen Weg: Plugins → Installieren, suchen Sie nach WP Hide, klicken Sie auf Installieren und Aktivieren. Nach der Aktivierung erscheint ein neuer Menüpunkt: WP Hide → General Settings.

Das Plugin erlaubt Ihnen, sechs zentrale Theme-Identifikatoren zu ändern:
- New theme path: ändert
/themes/my-theme/in eine beliebige Zeichenkette wie/templates/core/. - New stylesheet path: verbirgt die echte style.css-URL.
- Remove theme description from style.css: entfernt den Header-Kommentar mit Theme-Name und Version.
- New child theme path: maskiert, falls Sie ein Child-Theme nutzen, auch dessen Pfad.
- New child theme files path: maskiert ebenfalls die Styles des Child-Themes.
- Remove child theme description: entfernt die letzten Metadaten-Reste.
Füllen Sie die Felder mit neuen Werten, klicken Sie auf Save Changes und leeren Sie unbedingt alle Caches: Plugin-Cache (WP Rocket, W3 Total Cache), Server-Cache und ggf. CDN. Öffnen Sie die Website nach dem Cache-Leeren im Inkognito-Modus und prüfen Sie den Quellcode. Die Theme-Pfade sollten nun nicht mehr lesbar sein.
Laut WordPress.org-Verzeichnis hat WP Hide mit Stand Juni 2026 über 50.000 aktive Installationen und eine Bewertung von 4,3/5 bei über 275 Rezensionen. Das Plugin wird regelmäßig aktualisiert; das letzte Release, 8.6.5, erschien im April 2026 und ergänzte ein KI-gestütztes Schwachstellen-Scanning.
Bonus: Das Plugin verbirgt auch Pfade zu Plugins und die /wp-admin-Loginseite und bietet damit umfassende WordPress-Maskierung in einem Werkzeug.
Methode 2: Manuelles Umbenennen des Themes, wenn ein Plugin nicht infrage kommt
Wenn Sie kein weiteres Plugin installieren möchten oder volle Kontrolle über den Prozess benötigen, benennen Sie das Theme manuell per FTP um. Diese Methode erfordert Vorsicht: Ein Fehler in einem Schritt kann das Theme vorübergehend deaktivieren, erstellen Sie daher zuerst ein vollständiges Backup.
Schritt 1: Theme-Ordner umbenennen
Verbinden Sie sich mit einem FTP-Client (FileZilla ist kostenlos und plattformübergreifend) oder dem Dateimanager Ihres Hostings mit Ihrem Server. Navigieren Sie zu /wp-content/themes/ und benennen Sie den Ordner Ihres Themes um.
Wichtig: Benennen Sie den Ordner um, BEVOR Sie das Theme zum ersten Mal aktivieren. Ist das Theme bereits aktiv, setzt WordPress nach dem Umbenennen seine Einstellungen zurück und wechselt zum Standard-Theme. Reaktivieren Sie das Theme in diesem Fall einfach nach Schritt 3; die Customizer-Einstellungen bleiben erhalten.
Schritt 2: style.css bearbeiten
Öffnen Sie den umbenannten Theme-Ordner und suchen Sie die Datei style.css. Ganz oben befindet sich ein Kommentarblock mit Metadaten:
1 /* 2 Theme Name: My Theme 3 Author: Theme Author 4 Version: 1.0.0 5 */
Ändern Sie Theme Name auf den neuen Namen (denselben, den Sie dem Ordner gegeben haben). Speichern Sie die Datei.
Schritt 3: Theme reaktivieren
Gehen Sie zu Design → Themes. WordPress zeigt das Theme unter seinem neuen Namen mit dem Status „Inaktiv" an (falls Sie ein bereits aktives Theme umbenannt haben). Klicken Sie auf „Aktivieren".
Nach diesen drei Schritten können Werkzeuge wie WPThemeDetector den Theme-Namen nicht mehr über den HTML-Code identifizieren. Das Theme selbst funktioniert wie zuvor; alle Einstellungen, Customizer-Optionen und Inhalte bleiben erhalten.
Es gibt einen Nebeneffekt: Automatische Theme-Updates werden ausbleiben. WordPress gleicht Themes anhand des Ordnernamens mit dem Repository ab. Nach dem Umbenennen ist diese Verknüpfung unterbrochen. Sie müssen das Theme manuell aktualisieren: Prüfen Sie regelmäßig die offizielle Seite des Themes auf WordPress.org und laden Sie neue Versionen per FTP hoch.
Wenn Sie ein Child-Theme nutzen, benennen Sie zuerst den Parent-Ordner und die style.css um, dann das Child. Aktualisieren Sie in der style.css des Child-Themes die Zeile Template: old-theme-name auf den neuen Parent-Namen.
So entfernen Sie den Theme-Namen aus dem Footer
Viele Themes zeigen ihren Namen am unteren Rand der Website an: „Proudly powered by ThemeName" oder einfach einen Copyright-Hinweis mit dem Theme-Namen. Sie können dies auf zwei Arten entfernen: einfach (über den Customizer) oder per Code.
Über den Customizer (ohne Code)
Gehen Sie zu Design → Customizer und suchen Sie nach einem footer-bezogenen Abschnitt. Dieser heißt üblicherweise Footer, Footer Bar oder ähnlich. Darin finden Sie einen Schalter für „Theme-Namen anzeigen" oder ein Textfeld mit Copyright-Text. Deaktivieren Sie den Schalter oder ersetzen Sie den Text durch Ihren eigenen.
Diese Methode hängt von Ihrem konkreten Theme ab: Einige Themes (Astra, GeneratePress, Kadence) geben Ihnen volle Footer-Kontrolle über den Customizer; andere (ältere oder minimalistische Themes) tun das nicht.
Über footer.php (Code)
Wenn der Customizer nicht hilft, bearbeiten Sie die Datei footer.php. Dies ist die Hauptdatei, die für die Footer-Ausgabe verantwortlich ist.
Verbinden Sie sich per FTP mit Ihrem Server, navigieren Sie zum Theme-Ordner (/wp-content/themes/your-theme/), suchen Sie footer.php und laden Sie sie zur Bearbeitung herunter. Suchen Sie das Fragment, das den Theme-Namen ausgibt; es sieht etwa so aus:
1 <a href="<?php echo esc_url( __( 'https://wordpress.org/', 'textdomain' ) ); ?>"> 2 <?php printf( __( 'Proudly powered by %s', 'textdomain' ), 'WordPress' ); ?> 3 </a>
Löschen Sie diesen Block oder ersetzen Sie ihn durch Ihren eigenen Text. Zum Beispiel nur den Firmennamen:
1 <span class="copyright">© <?php echo date('Y'); ?> <?php bloginfo( 'name' ); ?></span> 2
Speichern Sie die Datei und laden Sie sie zurück auf den Server. Prüfen Sie die Website; der Footer sollte nun bereinigt sein.
Wichtig: Kopieren Sie die Datei vor der Bearbeitung von
footer.phpin Ihr Child-Theme und bearbeiten Sie die Kopie. Wenn Sie das Parent-Theme direkt bearbeiten, gehen Ihre Änderungen beim nächsten Theme-Update verloren.
Falls Ihr Hosting-Provider den Theme-Editor im Admin-Panel deaktiviert hat (die Schaltfläche Design → Theme-Datei-Editor fehlt oder ist inaktiv), nutzen Sie ausschließlich FTP. Manche Hoster deaktivieren den Datei-Editor aus Sicherheitsgründen; das ist gängige Praxis, kein Fehler.
⁉️🤔 Häufig gestellte Fragen
Ist es legal, den Namen des WordPress-Themes zu verbergen?
Ja, vollkommen legal. Themes aus dem offiziellen WordPress.org-Verzeichnis werden unter der GPLv2-Lizenz vertrieben, die Änderung, Umbenennung und Weitergabe modifizierter Kopien erlaubt. Lesen Sie bei kommerziellen Themes mit proprietären Lizenzen die jeweilige Lizenzvereinbarung, aber in den meisten Fällen ist das Verbergen des Namens nicht untersagt.
Muss ich den Theme-Namen verbergen, wenn meine Website auf gutem Hosting mit Schutz liegt?
Hosting mit Firewall und Virenschutz schließt keine Schwachstelle im Theme-Code; das sind unterschiedliche Schutzebenen. Hosting blockiert Angriffe auf Serverebene (DDoS, Brute Force), aber ein Exploit, der auf eine bekannte Theme-Schwachstelle zielt, operiert auf Anwendungsebene. Das Verbergen des Theme-Namens nimmt den einfachsten Weg, um zu ermitteln, welche Exploits man versuchen sollte.
Nach dem Umbenennen des Themes sind meine Customizer-Einstellungen verschwunden. Was soll ich tun?
Customizer-Einstellungen sind in der Datenbank an den Theme-Namen gebunden. Nach dem Umbenennen und Reaktivieren legt WordPress einen neuen Eintrag an; alte Einstellungen verbleiben unter dem alten Schlüssel in der Tabelle
wp_options. Sie können sie wiederherstellen: Suchen Sie die Zeile mittheme_mods_old-theme-nameinwp_optionsund kopieren Sie deren Wert nachtheme_mods_new-theme-name. Alternativ nutzen Sie das WP Hide-Plugin, das dieses Problem gar nicht erst erzeugt.
Muss ich das Child-Theme ebenfalls umbenennen?
Ja, andernfalls ist der Parent-Theme-Name weiterhin offengelegt. Die style.css des Child-Themes enthält eine Zeile
Template: parent-theme-name, die auf den Parent-Ordner verweist. Wird das Parent umbenannt, das Child aber nicht, findet WordPress das Parent nicht und die Website funktioniert nicht mehr. Die Reihenfolge: zuerst Parent →Template:im Child aktualisieren → Child umbenennen.
Kann ich einfach die Zeile mit dem Theme-Namen aus der style.css löschen?
Das reicht nicht. Der Theme-Name ist im HTML-Code an mindestens drei Stellen sichtbar: Stylesheet-URL, Body-Klassen und Wrapper-IDs/-Klassen. Das bloße Löschen des Kommentars aus der style.css entfernt nur eine von drei Signaturen. Sie benötigen entweder eine umfassende Maskierung mit dem WP Hide-Plugin oder eine vollständige Ordnerumbenennung mit anschließender Reaktivierung.
Verbergen oder nicht: das Fazit
Wenn Ihre Website Ihre Visitenkarte im Netz ist, ist das Verbergen des Theme-Namens keine Paranoia, sondern grundlegende Hygiene. Fünf Minuten mit WP Hide & Security Enhancer entfernen den einfachsten Angriffsvektor und machen Ihren Code zugleich sauberer für Kunden und Wettbewerber.
Wählen Sie den Ansatz, der zu Ihrer Situation passt:
- Minimaler Aufwand: Installieren Sie WP Hide. Die Einrichtung dauert fünf Minuten, das Plugin ist kostenlos und wird regelmäßig aktualisiert.
- Volle Kontrolle: Manuelles Umbenennen per FTP erzielt dasselbe Ergebnis ohne zusätzliches Plugin, erfordert aber Vorsicht und künftig manuelle Theme-Updates.
- Nur der Footer: Wenn das Ziel rein kosmetisch ist, genügen der Customizer oder eine einzelne Bearbeitung der footer.php.
Unabhängig davon, für welche Methode Sie sich entscheiden: Erstellen Sie ein vollständiges Backup, bevor Sie beginnen, und wenden Sie dann bedenkenlos eine dieser Methoden an.



